Positiver Segen oder kurioser IT-Auswuchs – Bewerbermanagementsysteme

Ganz im Trend der digital vernetzten Zeit liegen die Bewerbermanagementsysteme. Ein Wortmonstrum für eine relativ leicht verständliche Variante: Es handelt sich dabei um Datenbanken, die sich auf eine entsprechende Auswertungssoftware stützen. Im ersten Stepp stellen die für Unternehmen eine nicht unerhebliche Investition dar. Aufgrund des deutlich sinkenden Arbeitsaufwandes und der schneller erzielbaren Trefferquote bei der Suche nach den optimalen Bewerbern ist der finanzielle Einsatz sehr bald wieder amortisiert. Wer als Jobsuchender die Möglichkeiten voll ausschöpft, für den – oder die – ergeben sich zielführende Ansatzpunkte. Aber wie nutzt man Bewerbermanagementsysteme optimal für die Eigendarstellung?

Penible Konzentration

Wer kennt das nicht aus der Online-Welt oder vom Social-Media-Smartphone. Ein falscher Klick, und die Nachricht ist unterwegs. War ja eigentlich gar nicht so gemeint, irgendwie hätte man’s gerne anders ausgedrückt. Zu spät. Ein Bewerbermanagementsystem da genauso gnadenlos. Ein Haken an der falschen Stelle, eine unbedachte Formulierung, dann ein Klick wohin auch immer. Und schon haben sich die noch eben vorhandenen Chancen verabschiedet. Das will sagen: Die Bewerbung ist keinesfalls etwas, das mal eben zwischendurch beim Frühstück gemacht werden kann. Extreme Konzentration ist angesagt und dafür sollten die Bewerber sich unbedingt in Ruhe zurückziehen.

Textfelder nutzen

In vermutlich jedem dieser Online-Formulare gibt es freie Textfelder. Normalerweise sind die nicht gleich auf der ersten Seite ersichtlich, aber sie werden kommen. Deren Potenzial sollte unbedingt ausgenutzt werden. Gerade weil die Jobsuchenden wissen, dass diese Felder vorhanden sind, sollten Sie sich bereits zuvor Formulierungen zurechtgelegt und auf der eigenen Festplatte abspeichert haben, die Sie für die individuelle Darstellung nutzen. Denn Individualität und Persönlichkeit punkten – auch in Datenbanken. Der zusätzliche Vorteil ist, dass die vorbereiteten Textblöcke natürlich absolut frei von orthografischen, grammatikalischen oder Zeichenfehlern sein können. Man hat ja lange genug daran gearbeitet. Die Sätze brauchen nur noch abgerufen und eingefügt werden.

Dokumente in verschieden Formaten bereithalten

Ebenso stimmig sollten Tätigkeitsnachweise, der Lebenslauf sowie die Zeugnisse vorbereitet sein. Bitte keine kunterbunten Eigenkreationen für die Darstellung verwenden, sondern vielmehr nüchtern und sachlich. Die Zeugnisse werden vermutlich ohnehin eingescannt. Nun geht’s an die Formatierung. Die Papiere sollten in verschiedenen Formaten – sowohl als pdf-Datei als auch im Word-Format – zur Verfügung stehen, gerne auch in komprimierter Form. Der Grund: Welches Format für die Anhänge die jeweilige Datenbank unterstützt, weiß man erst, wenn man hindurch schreitet. In dem Moment alles umzuformatieren kann ganz schön verwirrend sein und von der eigentlichen Bewerbung ablenken. Die Anhänge sollten insgesamt die Größe von 5 MB nicht übersteigen.

Aufwand als positive Chance begreifen

Die Bewerberflut ist heutzutage immens groß, keine Frage. Aber eher auf den traditionellen Wegen. Gerade weil der Aufwand bei Bewerbermanagementsystemen vergleichsweise hoch ist, werden die bislang nicht in gleichem Maße von den Bewerbern genutzt. Die Unternehmen haben sich aber exakt für dieses Auswahlverfahren entschieden. Zwangsläufig ist die Konkurrenz geringer und die Chancen für den einzelnen steigen. Vor den Erfolg hat die Arbeitswelt den Fleiß gestellt.

Nicht durch die unpersönliche Online-Variante abschrecken lassen

Soviel ist höchstwahrscheinlich: Die Variante Bewerbermanagementsystem wird in den nächsten Jahren zunehmend mehr Akzeptanz erlangen. Schließlich bietet sie den Unternehmen große Kosteneffizienz im Personalwesen. Langfristig gesehen können die Firmen auf etliche Stelleninserate verzichten. Die Selektierung wird effizienter, wodurch Arbeitszeit der Recruiter eingespart wird. Viele Fragen, die andernfalls auf persönlichem Wege abgefragt werden müssten, werden bereits durch „Freund Datenbank“ geklärt. Die Bewerber damit ganz nach Unternehmensanforderungen ein- oder aussortiert. Keinesfalls aber heißt das, dass der persönliche Kontakt damit vollkommen unterbunden werden soll. Neben der Online-Funktion gibt es immer noch das Telefon, mit dem die Bewerber sich nach einer gewissen Zeit über den Stand informieren können. Das sollten Sie auch unbedingt tun, um sich ins Gespräch zu bringen und der Bewerbung über das Managementsystem ein Gesicht zu verleihen.

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