Marktführer, Nischenanbieter oder beides? Der optimale Arbeitgeber

Der deutsche Arbeitsmarkt hat im Vergleich mit vielen anderen Nationen ein Luxusproblem: Als größte Volkswirtschaft Europas und viergrößte weltweit hat die Bundesrepublik in zahlreichen Bereichen die Nase ganz weit vorn. Entsprechend floriert in zahlreichen Segmenten auch das Jobangebot. Hierzulande existieren riesige Konzerne in Industrie, Handel oder Logistik, speziell in den Nischenbereichen gibt es zahlreiche, globale Marktführer ihrer jeweiligen Disziplin. Die ideale Basis dafür bilden die klein- und mittelständischen Betriebe. Für Job- oder Ausbildungssuchende verbleibt oftmals die Frage danach, ob die persönliche Zukunft eher in einem kleineren oder großen Unternehmen zum Ziel führt. Stellt sich zugleich die Frage danach, was dieses „Ziel“ denn ist:

Konzerne – lange Karrierewege versus Sicherheit

Wer die Entscheidungsmöglichkeit zwischen „groß oder klein“ hat, sollte zunächst sich selbst und die eigenen Vorstellungen hinterfragen. Was sind die speziellen Vorzüge, die ich mir von meinem zukünftigen Arbeitgeber erhoffe. Dabei können ganz individuelle und vor allem menschliche Aspekt eine Rolle spielen. Steht die Sicherheit des Arbeitsplatzes inklusive geregelten Arbeitszeiten im Vordergrund? Dann ist es sicherlich die bessere Wahl, einen Job bei einem Konzern anzustreben, der über ein entsprechendes Renommee als auch über eine große Personalstruktur inklusive Betriebsrat und Standeszugehörigkeit verfügt. Auf der Kehrseite der Medaille stehen hier – je nach Position – die oftmals auf lange Jahre hinaus gleich oder ähnlich bleibenden Tätigkeiten. Und wer die nächste Sprosse der Karriereleiter nehmen möchte, hat sich auch gegen viele Mitbewerber zu behaupten. Dem Konzernergebnis geschuldet, ist eben alles auf höchstem Niveau systematisiert. Vielen Menschen kommt diese Orientierung unbedingt entgegen. Es ist jederzeit möglich, sich zu entwickeln; aber der Weg zum Ziel kann lang sein.

Klein- und Mittelstand – Individualität und Lebensqualität

Weitaus mehr Vielfalt und Kreativität im Berufsalltag ermöglichen die Betriebe aus dem Mittelstand. Aufgrund des zwangsläufig kleineren Personalstamms nehmen die Arbeitnehmer häufig mehr Tätigkeiten wahr. Die absolute – und bisweilen monotone – Spezialisierung ist nicht möglich. Umso abwechslungsreicher kann sich der Job gestalten. Pauschalisierungen sind kaum möglich; die Wahrscheinlichkeit aber ist sehr hoch. Die Zufriedenheit im Job hängt immer auch mit den Anforderungen an die eigene Persönlichkeit zusammen. Es ist und bleibt eine Entscheidung zwischen dem sicheren Netz des Großkonzerns und der Individualität der kleineren Betriebe. Auch der persönliche Bezug, beispielsweise zur Geschäftsleitung, kann ein komplett anderer sein. Ein gutes und kommunikatives Verhältnis zum Chef kann schlichtweg dafür sorgen, dass man morgens gerne zur Arbeit geht. Und da man oftmals am Arbeitsplatz mehr Zeit als zu Hause verbringt, bedeutet das zugleich ein Stück Lebensqualität. Zudem gibt es immer ein gutes Gefühl, wenn man mit den unterschiedlichsten Aufgaben verantwortlich betraut wird.

Marktführer – Deutschland ist voll davon

Eine ganz andere Variante der Sicherheit findet sich bei den Marktführern ihrer jeweiligen Disziplin. Sie haben den immensen Vorteil, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen nahezu konkurrenzlos gefragt sind. Sie haben sich beispielsweise durch Innovationen, spezielle Ideen oder durch herausragende Qualität zum verlässlichen und unverzichtbaren Partner der Auftraggeber gemacht. Das Interessante daran ist, dass die in der Bundesrepublik – abgesehen von wenigen Ausnahmen – keinesfalls aus dem Bereich der Großkonzerne stammen. Eine international mehr als bedeutende Rolle mit Spitzenposition haben inhabergeführte Unternehmen aus dem Sektor der erneuerbaren Energien, beispielsweise aus der Fertigung von Windturbinen. In der Öffentlichkeit kaum bekannt, zumal die Produkte sehr speziell sind und sie ihren Standort oftmals nicht in einer der Metropolen oder Wirtschaftszentren haben, punkten diese Unternehmen mit auf Jahre und Jahrzehnte gesicherter Wettbewerbsfähigkeit und bieten den Arbeitnehmern außergewöhnliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Logistik von Deutschland bis rund um die Welt

Auch in der Logistik sind in Deutschland solche Unternehmen zu finden. Rund 2,65 Millionen – das sind etwa acht Prozent der Erwerbstätigen – arbeiten in diesem Wirtschaftsbereich. Die Unternehmen erwirtschaften gegenwärtig etwa 150 Milliarden Euro jährlich. Deutschland ist als traditionelles Im- und Exportland ein Top-Logistikstandort. Woher das kommt? Ganz einfach, Deutschland hat inmitten von Europa eine optimale Lage und nach einer Studie des Fraunhofer Instituts die idealen Standortvoraussetzungen. Entsprechend leistungsfähig sind die Seehäfen, die Flughäfen, Lkw-Speditionen und der Güteverkehr auf der Schiene. Nicht grundlos findet in Deutschland immer wieder die internationale Leitmesse Transport Logistic statt. Das globale Auge schaut auf die deutsche Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Höchst selten handelt es sich bei den einzelnen Unternehmen um Großkonzerne. Ein Zahnrad greift ins nächste, letztlich der Grundsatz funktionierender Logistik, bei der Waren von der Tageszeitung über den Container bis zum Schwertransport jederzeit pünktlich am Bestimmungsort eintreffen müssen.

Die Entscheidung kann nur individuell getroffen werden

Unter dem Strich verbleibt die Essenz, dass jedes Betriebsformat seine vollkommen eigenen Vorzüge und Nachteile hat. Letztgültige Arbeitsplatzsicherheit kann es nicht geben; größtmögliche Sicherheit ist dort vorhanden, wo das Unternehmen sich an der Zukunft orientiert. Die meisten Jobsuchenden werden über das „Ob und Wenn“ nur relativ kurz nachdenken. Möchte man für den neuen Job nicht umziehen, werden regionale Gegebenheiten eine wichtige Rolle spielen. Ist man bereit zu Neuem und Interessantem, sind die Chancen deutschlandweit immens. Und für diejenigen, denen das Image ihres künftigen Arbeitgebers wichtig ist: Jede Innovation hat mal ganz klein angefangen. Es macht unbedingt Freude, von Anfang an dazuzugehören.

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