Duales Studium – zeitgemäße Kombination aus Theorie und Praxis

Die Plätze für duale Studien sind begehrt. Die Studenten profitieren davon, dass sie bereits während des Studiums ein ausbildungsorientiertes Gehalt beziehen. Zudem kann das erlernte Theoriewissen unmittelbar im Betrieb angewendet werden. Speziell größere Unternehmen wissen diese Praxisnähe der Werksstudenten ebenfalls zu schätzen und unterstützen diese Studienform ausdrücklich. Zumal das duale Studium aus Arbeitgebersicht neben dem künftigen Nutzen für den Betrieb auch eine konkrete Investition darstellt, wird oftmals im Ausbildungsvertrag ein Zeitraum für die weitere Tätigkeit vereinbart. Das ist für die Studenten Vor- und Nachteil zugleich. Ist der Bachelor mit positivem Ergebnis erreicht, ist die Weiterbeschäftigung sehr wahrscheinlich. Eine Umorientierung zu einem anderen Arbeitgeber fällt schwerer – eine Frage der Absprache.

Studieren und bereits Geld verdienen

Durch das Konstrukt des dualen Studiums ist es mehr Menschen möglich, das Studium zu finanzieren. Zumindest ein Teil der monatlichen Fixkosten ist gedeckt. Manche Unternehmen zahlen sogar die Studiengebühren. Von „reich werden“ in dieser Phase keine Spur; die Ausbildungsgehälter bewegen sich mehr im Rahmen derer von Lehrstellen. Aber es ist eine willkommene Hilfe, insbesondere für finanziell schwächer Gestellte. Einer der zusätzlich bestimmenden Faktoren ist die Zeit: Indes diejenigen, die ihr Studium auf traditionellem Weg absolvieren, nach dem Abschluss zunächst Praxiserfahrung sammeln müssen, die über die abgeleisteten Praktika hinausgeht, sitzen Werksstudenten bereits ziemlich sicher im Sattel des Arbeitsalltags.

Zeitersparnis versus Zeitbelastung

Auf der Kehrseite der Medaille steht, dass die Jahre während des Studiums nur folgerichtig prall gefüllt sind. Der Druck ist oftmals immens, dem muss man gewachsen sein. Die Vorgesetzten und Ausbilder im Betrieb erwarten Einsatz und Zielerfüllung. Für private Interessen – oder gar Nebenjobs – bleibt kaum bis gar kein Freiraum. Semesterferien gibt es nicht. Die Studierenden haben lediglich die üblichen Urlaubsansprüche von Arbeitnehmern, also etwa fünf bis sechs Wochen jährlich. Zudem sollte man je nach Interessenslage bedenken, dass die positive Praxisnähe selbstverständlich auch das Gegenteil bedeutet: Die rein wissenschaftliche Laufbahn, tritt in den Hintergrund. Wer seine eigene Zukunft in der forschenden Wissenschaft sieht und promovieren möchte, ist mit dieser Ausbildungsform nicht gut beraten.

Lückenlos organisiert

Grundsätzlich ist das duale Studium ein fest verbundenes Lernsystem, bei dem die Hochschulen und Fachhochschulen bzw. Berufsakademien mit den Ausbildungsbetrieben sowie zum Teil mit den Berufsschulen kooperieren. Die Lerninhalte wie auch die Zeiten, die im Betrieb verbracht werden, sind festgeschrieben. Die Leistungsnachweise – auch das sollte man unbedingt wissen – werden kontrolliert. Die zu erbringen, ist Bestandteil des Ausbildungsvertrages. Während es in den traditionellen Studienformen durchaus machbar ist, beispielsweise ein Auslandsjahr einzulegen und dafür Freisemester zu nehmen oder die Zeit zu verlängern, weil man den Scheinen und Punkten hinterherhängt, gestaltet sich das bei firmenfinanzierten Studium deutlich schwieriger. Der Grund liegt auf der Hand: Jedes Semester, jedes Jahr kostet das Unternehmen Geld. Ist eine etwaige Weiterbeschäftigung geplant, ist die Stelle plötzlich für ein Jahr vakant und kann nicht sinnvoll besetzt werden. Unternehmen planen langfristig.

Erfolgreich und seit Jahren bewährt

Das Konzept „duales Studium“ zeigt seit langer Zeit Erfolge, die für die richtige Entscheidung individuell betrachtet werden sollten. Im Vergleich zu „normalen“ Hochschulstudien werden bessere Noten erzielt, was automatisch auch zu besseren Einkommen führen kann. Das hängt mit der ausschließlichen Konzentration auf Ausbildung und Studium zusammen. Dass dabei ein Stück Lebensqualität auf der Strecke bleiben kann, steht auf Kehrseite der Medaille. Das heißt ganz konkret: Wo andere sich erst sehr viel später entscheiden können, hat der Werksstudent seine Entscheidung bereits getroffen. Der kreative und lebensfrohe Studentennimbus lässt sich schwieriger leben. Aus der Intellektualität, die Grundlage für eine fortschrittliche Gesellschaft ist, wird Bodenständigkeit mit direktem Arbeitsplatzbezug. Somit sind das Für und Wider der Studienformen Aspekte, die bereits im Vorfeld bedacht und beachtet werden sollten. Was möchte ich eigentlich? Binde ich mich bereits derart frühzeitig an eine ganz konkrete Branche, möglicherweise sogar das Unternehmen.? Oder tauche ich in spannende Themen tiefer ein, lasse das Wissen und die anschließenden Berufsvarianten auf mich wirken? Sehe ich mich als praxisorientierten Angestellten oder möchte ich für alles offen und unabhängig bleiben? Die Antwort kann nur eine persönliche sein.

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